Kräuterheilkunde oder Phytotherapie ist eine der ältesten Methoden, die Gesundheit mit bestimmten Mitteln zu verbessern. Verschiedene Funde belegen, dass die Menschheit schon vor über 4000 Jahren verschiedene Heilpflanzen einsetzte, um ganz unterschiedliche Leiden und Krankheiten zu behandeln.
Systematischen Charakter bekam die Kräuterheilkunde erst vor etwa 2000 Jahren. Mediziner aus Ägypten, dem Orient, Indien und auch China machten nicht nur anatomische Versuche, um die Physiologie des Menschen zu erforschen, sondern auch Experimente, die die Wirkungen verschiedener Kräuter untersuchten. Im Mittelalter wurden zudem Bücher verfasst, die die Wirkungen und die richtige Anwendung bei Krankheiten festhielten. Heutzutage können wir die molekulare Struktur von Pflanzen so genau untersuchen, dass wir einzelne Bestandteile einer Pflanze isolieren und deren Wirkung überprüfen können.
Kräuter werden zwar meist nicht mehr direkt verwendet, aber einzelne Wirkstoffe einer Pflanze werden chemisch kopiert und in Arzneien verabreicht. Für die Pharmaindustrie sind Kräuter ein reichhaltiger Schatz, der selbst in unserer modernen Gesellschaft noch nicht hinreichend erforscht ist. Dort, wo Kräuter noch direkt verwendet werden, kommen sie oftmals als Tee, Tinkturen (z.B. für Wickel), Bäder oder Inhalationsmethode zum Einsatz. Gerade für den Hausgebrauch ist ein umfangreiches Wissen oder der gute Rat vom Apotheker aber unbedingt zu empfehlen, denn die Menge macht das Gift. So kann der isolierte Wirkstoff der Kamille schädlich bei einer Magenschleimhautentzündung sein, wohingegen ein Kamillentee positiv wirkt.
Der springende Punkt ist folgender: Manche Kräuter haben spezielle Wirkungen, die bei bestimmten Krankheiten Heilung befördern können. Dieses Wissen sollte verantwortungsbewusst verwendet werden. Deshalb ist medizinischer Rat unablässig. Wer sich ausgiebig informieren möchte, findet im Internet sehr viele Kräuterfibeln, die allesamt Kräuter und deren Wirkungen aufgelistet haben. Doch auch dabei kann die Qualität schwanken, deshalb ist es am besten, wenn der Apotheker und der Hausarzt gefragt wird, um die Therapie beispielsweise zu ergänzen.